Vom Vergnügen frühmorgens jätend auf Dächern zu sitzen

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Es ist ein sonniger Julimorgen, kurz nach 8. Die Sonne steht bereits eine Weile über dem Horizont, aber ihr Schein hat noch nicht die Kraft, die er im Laufe des Tages bekommen wird. Die Straßenzüge Tübingens sind schattig, nur die Dächer gen Osten beleuchtet. Die Dächer… Auf einem grünen Dach, umrahmt von den Baumkronen, inmitten von Succulenten, Schnittlauch und Medicago lupulina (Wort des Morgens, manchen vielleicht bekannt als Hopfenklee) sitzen drei Fichten im Morgenlicht. Die Succulenten dürfen bleiben, dem Schnittlauch, dem Hopfenklee, sowie diversen anderen Beikräutern geht es an den Kragen beziehungsweise wenn möglich an die Wurzel.IMG 20220705 095945
Schweigend, redend, lachend werden die Eimer mit dem unerwünschten Grün, wird ein großer grüner Laubsack mit dem Inhalt der Eimer gefüllt. Klee und Schnittlauch sind noch feucht und kühl, die Luft wird langsam wärmer und trocknet die feuchten Hosenbeine. Die bunte Wiese auf dem Saalvordach weicht langsam, die Vegetation wird immer weiter auf die kleinen, dickblättrigen Succulenten beschränkt, die nicht mit ihren Wurzeln die Folie unter der Bepflanzung gefährden.IMG 20220705 083145

Ein wenig karger sieht es danach aus, ein bisschen platt gesessen, aber die Folie ist für heute gerettet.

Es ward gejätet und mit Unkraut gerungen, auf dem Häuserdach, bis Vormittagsluft,
die motivierten, fleißigen Fichten, zur Arbeit hinter den Schreibtisch ruft.
(sehr frei nach Gottfried Keller)

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Mareike, 7/22

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